M-City Mistelbach

Im Herbst 2004 wurde östlich von Mistelbach ein neues Einkaufszentrum errichtet, die M-City. Etwas später kam der gelbe Billa-Tunnel dazu. Hier wird massiv in den Himmel geleuchtet und Energie regelrecht verprasst! Zahlreiche Neonröhren und Halogenscheinwerfer befeuern die M-City mit viel zu hohem Energieeinsatz! In der Anfangszeit war zumindest noch ein Funken Vernunft des Betreibers zu erkennen - die nächtliche Außenbeleuchtung wurde um 21:30 Uhr abgeschaltet. Ab etwa Ende Jänner 2005 war diese Beleuchtung die ganze Nacht hindurch aktiv!

Die M-City östlich von Mistelbach bei Nacht, von der vorbeiführenden B40 aus gesehen.

Beim Passieren der M-City wirkt die Beleuchtung penetrant grell und belästigend. Lichtstrahlen ragen kreuz und quer in den Himmel. Im Vordergrund wird der gelbe Billa-Tunnel von vier Strahlern befeuert.

Der Grund für die in den Himmel ragenden Lichtstrahlen: Je zwei Halogenscheinwerfer an insgesamt rund 60 Masten beleuchten die Geschäftschilder am Dachkranz und die Außenfassade. Nach unten sind die Scheinwerfer abgeschirmt, um Blendung von Passanten zu vermeiden. Nach oben geben sie ihr Streulicht ungehindert in den Himmel ab. Die Vorrichtungen zur Abschirmung nach oben sind vorhanden, wurden aber nicht genutzt.

Der Lichtschein der M-City aus 7 km Entfernung von SSO gesehen. Man sieht an den niederen Wolken das reflektierte Streulicht. Dieses Bild zeigt, dass durch die M-City mehr Lichtverschmutzung entsteht als durch das gesamte Mistelbacher Stadtgebiet (linke Bildhälfte).

Ansicht der M-City aus Nord, vom Schneiderberg aus gesehen. Durch die Abwärme der Scheinwerfer und die hohe Luftfeuchtigkeit hat sich über dem Gelände der M-City eine flache Nebeldecke gebildet.

"Weisse Nächte" in Mistelbach. Bei Bewölkung mit tief dahin ziehenden Wolken bewirkt die Beleuchtung der M-City eine gewaltige Himmelsaufhellung über dem Mistelbacher Stadtgebiet. Die Immissionswerte sind beträchtlich.

Der Energieaufwand im Fall der M-City Beleuchtung viel zu hoch! Hier sind 34 Scheinwerfer zu je 250 Watt und 96 Scheinwerfer zu je 150 Watt für die Außenbeleuchtung im Einsatz.

Leistungsschild eines der 250 Watt Scheinwerfers

Leistungsschild eines der 150 Watt Scheinwerfers

Wenn die ganze Nacht hindurch beleuchtet wird, beträgt der Jahresverbrauch hochgerechnet 75 MWh! Mit Wandfluter-Technik beispielsweise könnte man die Geschäftschilder am Dachkranz der M-City blendungsfrei und weitestgehend streulichtfrei beleuchten, mit einem Energieaufwand von nur wenigen Prozent im Vergleich zu der bestehenden Situation. Die Scheinwerfer könnten leicht mit Blendhauben versehen werden, einige wenige weisen diese Merkmale auf. Abgesehen von der Sinnhaftigkeit der Beleuchtung sollte jedenfalls die Abschaltung außerhalb der Geschäftszeiten erfolgen.

Die von Howdii gesetzten Schritte der Intervention waren letztlich erfolgreich. Es stellte sich heraus, dass die Strahler eigentlich um 21 Uhr abgeschaltet werden sollten. Die durchgehende nächtliche Beleuchtung war nicht im Sinne des Betreibers, und wurde vermutlich durch einen defekten Zeitschalter verursacht. Der Fehler wurde Ende April 2005 behoben. Die Außenbeleuchtung wird nun tatsächlich um 21 Uhr stillgelegt. Die Energieeinsparung durch diese Maßnahme ist jedenfalls beträchtlich, und die Belastung des Mistelbacher Stadthimmels wurde dadurch reduziert.

Nicht alles ist "schlecht" an der Beleuchtung der M-City. Die Parkplatzbeleuchtung im Innenhof der M-City ist mit Full-Cutoff Leuchten vorbildlich gelöst! Dieser Weg ist richtungsweisend!

So sieht der Innenhof der M-City nach Abschaltung der Scheinwefer aus. Man beachte auch die streulichtfreien Full-Cutoff Leuchten am Parkplatz. Die "normalen" Straßenlampen hingegen, wie sie auch durchgehend im Mistelbacher Stadtgebiet anzutreffen sind, verursachen beträchtliches Streulicht.

Anmerkungen:

Auch die Beleuchtung des Billa-Tunnels ist außerhalb der Geschäftszeiten unnotwendig. Dessen Beleuchtung dürfte vermutlich um 22 Uhr abgedreht werden, wie ein aktueller Lokalaugenschein ergab. Warum muss eigentlich hier eine Stunde länger beleuchtet werden als bei der benachbarten M-City?

Grund zur Sorge bleibt. Im Gebiet der M-City werden bereits weitere Flächen planiert. Es ist mit einem Ausbau zu rechnen. Wenn hier mit gleichem Energieeinsatz "dagegen gehalten" wird, um der Beleuchtung der bestehenden Anlage Paroli zu bieten, ist hinsichtlich der Lichtverschmutzung im Raum Mistelbach das Schlimmste zu befürchten.


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