Beobachtungsplatz Pretul Das 1782 m hohe Stuhleck und die 1653 m hohe Pretul liegen im noerdlichen Teil der Fischbacher Alpen. Auch der Hochwechsel ist nicht weit weg, grad etwa 10 km oestlich. Sicher eignet sich auch das Stuhleck als Beobachtungsort, wir haben hier aber noch keine konkreten Erfahrungen. Die Pretul kennen wir ein bissl besser, sehr gross ist unser persoenlicher Erfahrungsschatz aber nicht. Auf die Pretul kamen wir schliesslich durch die Beobachtergruppe um Bernhard Aringer. Diese Leutln schlagen sich hier regelmaessig ganze Neumond-Wochenenden um die Ohren. Die Pretul ist ab Wien in etwa 2 Stunden erreichbar, man faehrt ueber die Suedautobahn (A2) bis Knoten Seebenstein, dann weiter auf der S6. Nun gibt es zwei Moeglichkeiten: Entweder ab Gloggnitz ueber den Feistritzsattel nach Rettenegg, oder ueber den Semmering-Pass, und dann ab Steinhaus am Semmering ueber den Pfaffensattel. In Rettenegg treffen beide Routen zusammen, von hier geht es noch ein paar Kilometer weiter nach Sueden. Am Ortsanfang von Ratten zweigt rechts die Strasse auf die Pretul ab. Man faehrt auf einer relativ schmalen Asphaltstrasse bis zur Mautstelle beim Hansl im Reith, der obere Teil ist eine gut befahrbare Schotterstrasse. Ziel ist das Rosegger-Haus, wo man sehr gut speisen kann, und auch recht kommod uebernachten. Astronomisch ist die Pretul aehnlich zu werten wie der Hochwechsel, obwohl man hier mit etwa 1600 Meter doch ein bissl tiefer ist. Auch die wetterbedingte Unsicherheit, die ich aus vielen Erzaehlungen der erfahrenen Pretul-Beobachter kenne, haben wir schon zu spueren bekommen. Wenn es allerdings passt, gibt es einen tollen und sehr dunklen Sternenhimmel. Man muss aber immer wieder mit Wolken rechnen, die waagrecht daherkommen, und steht ploetzlich im dichten Nebel. Wer nicht rechtzeitig seine Geraetschaft schuetzt, steht ein paar Minuten spaeter mit patschnassem Zeug unter klarem Himmel da... Scheint generell so, dass man ein Wochenende lang auf der Lauer sein muss, um die brauchbare Stunden zu nuetzen, sofern sie sich ergeben. In dieser Region scheint das Wetter extrem launisch zu sein. Der Suedhorizont liegt wie am Hochwechsel sehr tief, im Norden beschneidet der Berg, wenn nicht das Rosegger-Haus, den Horizont. Merkbare Himmelsaufhellung gibt es im Nordwesten durch Muerzzuschlag, im Nordosten durch Wien. Von Ost ueber Sued bis West ist der Himmel dunkel, also sehr gute Voraussetzungen. Ueber positive Seeingerfahrungen kann ich nichts berichten, obwohl prinzipiell der Standort guenstig erscheint. Im Winter ist fuer Spechtler wie Walter und mich auf der Pretul nichts zu wollen. Ab der Mautstelle muss man zu Fuss hinaufstapfen, das ist wohl mit dem ganzen Zeug, das wir immer mithaben, nicht gut vorstellbar, schon gar nicht mit dem Dob... Die Pretul-Stammbeobachter koennen schliesslich auch auf ein Fernrohr vor Ort zugreifen, Bernhard Aringer hat sein 8" f/10 SCT dort stationiert. So scheint die Pretul ein Beobachtungsort fuer harte und ausdauernde Burschen zu sein, die dann aber mit einem wahrhaft praechtigen Sternenhimmel belohnt werden. Howdii